Da gibt es eine Kampagne, die will mir weiß machen, ich sei Deutschland. Da erzählen mir allerlei mehr oder weniger prominente Menschen, dass ich mich doch nicht so hängen lassen soll. Tu ich auch so nicht, eigentlich sollte ich das als persönliche Beleidigung auffassen, zumal die Spots von Du bist Deutschland in meinen Augen auch noch billig und einfach nur eff gemacht sind. Aber darauf will ich ja gar nicht hinaus, über Sinn und Unsinn dieser Kampagne ist schon genug gesagt und geschrieben worden.

Wenn ich wirklich Deutschland wäre, dann würde ich nämlich aufhören den Superstar zu suchen. Auch wenn der Retrax sonst etwas seltsam ist, am 12.12.2005 hat er doch mal was Gescheites geschrieben. Wer braucht diese Flachzangen eigentlich, die in dieser drecksverhurten Show auftreten? Dazu verurteilt, schneller als das Koks in Kate Moss’ Nase verfeuert zu werden…

Der Gedanke kam mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit, nachdem ich erst Bohemian Rhapsody (Queen), The Prophet’s Song (Queen), Estranged (Guns ‘n’ Roses), November Rain (Guns ‘n’ Roses) und OK (Farin Urlaub) gehört hatte. Für große Lieder braucht man keine Menschen ohne Gesichter und Profil. Für Lieder, die Bestand haben braucht es ein wenig Genialität, Mut und Wahnsinn, zu glauben, dass es funktioniert. Und niemand, der heulend zusammenbricht, weil der Dieter den eigenen Arsch doch nicht gut genug für die Show (und seinen Geldbeutel) findet.

Für den Schlag Menschen, der seine Zukunft, seine ganzen Hoffnungen auf ein Format wie Deutschland sucht den Superstar legt, für den kommt auch die Mutmach- und Aufbruchskampagne Du bist Deutschland entschieden zu spät.

Nichts desto trotz ändert das alles nichts am derzeitigen Mangel an interessanter Musik in Deutschland… *seufz*