Regierung will Deutschen Schlankheitskur verordnen. Prima, endlich jemand, der mal klar stellt, dass ausschließlich Süßigkeiten, Transfette und generell eher billige und schlecht sättigende Lebensmittel dick und krank machen. Hossa, das hat die Welt gebraucht. Erst den Rauchern endlich mal erklären, dass Rauchen eventuell nicht die Kondition verbessert, jetzt das. Müsste sich nur noch die gesellschaftliche Schicht, die vermutlich von Zuckerbrause, Chips, Konserve und Co lebt bessere Lebensmittel leisten können. Ist ja wie mit dem “Gammelfleisch” … Gute Lebensmittel kosten gutes Geld… Gut, wenn man welches hat, ansonsten dumm gelaufen.
Na, und wenn man mal keins hat sondern Schulden bis über beide Ohren, dann holt man sich z.B. die Fachmänner von Raus aus den Schulden ins aus und leistet quasi einen Offenbarungseid im deutschen Privatfernsehen während sich alle anderen schönen einen drauf wichsen können. Danach muss man zwar vermutlich umziehen, weil die Kinder in der Schule keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen, aber hey, was kostet die Welt.
Wenn danach die Beziehung zerüttet ist, gibt es ja immerhin noch Frauentausch, vielleicht ergibt sich da ja was… Da die lieben Kleinen danach vermutlich vollkommen am Ende sind, geht’s direkt weiter zur Super Nanny.
Hat man danach keine Lust auf Big Brother, dann hält man es vielleicht wie Tiger, die Kralle von Kreuzberg, und fragt sich, Knast oder Hartz IV?.
Im Moment habe ich ständig das Gefühl, mich übergeben zu müssen, wenn ich die Augen aufmache… Warum müssen sich die Menschen alles vorkauen lassen, warum ist eigenständiges Denken so schwierig? Warum gibt es einen Platz für die aufgezählten Formate? Wer guckt sich das an? Besser gestellte Menschen, die das toll finden, das Elend andere Leute zu sehen? Oder eher die Menschen, die in den Sendungen “porträtiert” werden?
Selber denken ist doch nicht so schwierig. Zumindest ich hab zu Hause früher noch gelernt, dass zuviel zu schlecht Essen dick macht und das man nicht mehr Geld ausgeben sollte, als man hat. Vermutlich ist das aber nicht “in” in Zeiten, in denen Eltern ihr Kind im Bus zusammenschreien, statt sich zu kümmern…



Volle Zustimmung. Ich habe es auch nie anders gelernt und handele entsprechend heutzutage. Nur wird es solche Verhaltensweisen immer geben.
Troztdem denke ich, dass selber denken wirklich Spaß macht. Natürlich kostet es Energie, man muss sich schließlich selbst kümmern. Genau da setzt aber auch ein menschlicher Effekt ein, der erst einmal sagt: ganz locker bleiben, das wird schon jemand anderes für mich machen. Warum soll ich mich damit befassen?
Wenn es nicht so traurig wär, würde man einfach darüber lachen. Nur vergeht einem selbst das in Anbetracht solcher Tatsachen, obwohl ich es sehr gerne tue.
Na klar tendiere ich auch gerne zu “faul und lässig”, aber doch nicht bei essentiellen Entscheidungen und da liegt glaube ich der Unterschied.
Die Essgeschichte ist meiner Meinung nach auch nur ein weiteres Symptom der ganzen “Geiz ist geil” Haltung:
Wenn man sich nur von Tiefkühlpizza ernährt, ist das billig einerseits finanziell und andererseits zeitlich.
Essen ist kein Genuss, fremde Geschmäcker werden abgelehnt, eben weil man sich völlig auf den Fertigscheiss konditioniert hat. Nun könnte man natürlich in den Schulen das Fach Ernährung oder so einführen, das würde vielleicht wirklich einige der Symptome bekämpfen, aber das Grundlegende Problem bleibt ungelöst und bringt uns weitere Stilblüten.
Der Gedanke des “Genusses” ist dem des “Befriedigung weil ich das so billig bekomme” bzw. dem “Ich hab mich tierisch voll gestopft” gewichen, das bezieht sich aber ja auf alle Dinge des Lebens.
Die Fernsehshows sind nur eine Erweiterung des Katastrophenspannens. Man sieht Leute, die Scheitern, und freut sich, weil man ja so viel besser ist. Wichtige soziale Funktion, damit den Menschen nicht klar wird, wie mies ihre Leben eigentlich sind.
Genuss ist Qualität und die Qualität, die man mit wenigen Mitteln haben könnte, wird gerne abgelehnt, weil es entweder nicht der eigene Geschmack ist, neu ist oder Bewegung (geistig, körperlich) bedeutet.
Für mich ist die ständige Gedankenlosigkeit auch ein Qualitätsverlust. Gedankenlos nicht im Sinne von in Gedanken verloren, sondern z.B. Gedankenlos wie in seinen Müll überall hinwerfen, Gedankenlos wie gedankenlos Rücksichtslos.
Ich habe mich heute morgen kurz vor dem Schreiben des Post wieder auf dem Weg zur Arbeit über so’n Idioten aufgeregt, der seine Kippe aus dem Fenster seines Autos warf und fing mir dann wieder an meine Gedanken zu machen…
Ich frag mich dann immer, ob ich in Gedanken alt und fies konservativ werde… Ich glaub nicht, man könnte es viel besser haben, wenn alle für mehr (Lebens)Qualität eintreten würden, die man nicht im Blödmarkt kaufen kann.
Passend dazu:
Wishing well…
Neulich hat eine Frau hier in unmittelbarer Nähe ihr Kind oder Enkelkind mit den “liebreizenden Worten “du verdammter Bastard” betitelt.
Ich nehme an, diese Art Mitbürger sind die Zielgruppe von oben erwähnten Sendungen. Irgendwas müssen die ja auch mit ihrer Zeit anfangen.
Was den Umgang mit Geld anbelangt, verstehe ich die Welt auch nicht mehr. Wenn ich 100,-Euro in der Tasche habe, kann ich nicht 120,- ausgeben. Mein Motto, das ich mal irgendwo gelesen habe: Die Kunst im Leben ist nicht viel Geld zu verdienen und reich zu werden, sondern mit wenig Geld glücklich zu sein.
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Lahnix: Ja genau, so “schöne” Erlebnisse meine ich… Ist ja wohl auch kein Einzelfall. In anbetracht davon, was nützt so eine Kinderkampagne in Deutschland, über die die letzten Wochen berichtet wurde? Und überhaupt, fällt sowas ja in die gleiche Schublade: Das Leben vordenken.
Danke für den netten Trackback
Warum kann man die Leute nicht einmal in Ruhe lassen? Jeder soll das fressen was er fressen will, fertig. Mir tun die Leute verdammt leid, die sich von denen vorschreiben lassen, was sie essen sollen. Und “Ernährung” als Schulfach würde die meisten in ihrer Meinung, sich nichts vorschreiben zu lassen, noch bestärken, was auch sehr gut so ist, außerdem wäre das eine unendliche Geldverschwendung. Wie tief können Menschen eigentlich sinken? Haben diese Deutschen keine anderen Probleme?
[...] ich bereits im Mai letzten Jahres drüber geschrieben habe, tauchen einige weitere, schöne Artikel in diese Richtung auf, [...]
[...] nicht nur undemokratisch, sondern auch dumm und absolut kurzfristig gedacht. Aber hey, mit Reglements haben wir es ja [...]