oder: Wie ich Katie lieben lernte
Vor keinem der vorherigen Rock am Ring Besuche seit 2003 war ich so unsicher, ob ich musiktechnisch überhaupt fahren sollte. Letzten Endes bin ich wegen einer Handvoll Bands gefahren (Die Ärzte, Type O’ Negative, Velvet Revolver, Megadeth, Jan Delay, Smokeblow), die ich auch fast alle gesehen habe.
Es folgt: Ein Rock am Ring Bericht über Katie, Hygiene und Wellness auf D9.
Donnerstag und Freitag
Der Donnerstag fing relativ entspannt bis langweilig an. Wir waren zum Glück recht früh da, um uns gegen 11:00 einen schönen Platz auf D9 zu sichern, wie jedes Jahr. Leider ergab es sich dieses Jahr nicht, dass wir unsere Essener Freunde der letzten 2 Jahre auch begrüßen konnte. Schade.
Erster Grund zur Freude: Ich habe meine hier erwähnte Wette gewonnen und auch meinen Gewinn erhalten. Schönes Shirt. Zweiter Grund zur Freude: Weibliche Nachbarn. Schlussendlich: Schuss in den Ofen. Viel lustiger waren der Trupp junger Herren mit schieren Wagenladungen (wörtlich zu verstehen) Bier und einer “interessant” dekorierten Holzkiste namens Katie, mit der wir recht intimen Kontakt schliessen durften.
Nach einem lahmen Donnerstagabend, einem verregnetem Freitagmorgen ergab es sich also, dass mich eine liebreizende Stimme zu sich rief, als ich eigentlich auf dem Weg zur “Toilette” war… Ob ich den nicht mal was ganz feines trinken möchte. Na ja, einmal ist immer das erste Mal und Schlauchsaufen hab ich bis dato auch gemieden, aber der Pavillon war so einladend, Rohr frei… Sehr schön
Zum restlichen Verlauf des Tages muss nicht mehr viel gesagt werden. Ich bin irgendwann gegen 21:00 aus dem Zelt geholt wurden, man hat mich vor die Bühne zu Linkin Park gestellt, denen ich live nun irgendwie gar nichts abgewinnen kann (zum zweiten Mal nach 2005 schon nicht) und bin dann wieder ins Bett gegangen.
Mir blieb allerdings das “gute” Gefühl, nicht der einzige mit gewissen Blessuren gewesen zu sein… Killed by depp
Anekdötchen
- Wer ist eigentlich Katie? Katie ist ne geile Saufmaschine.
- Ey, Du Emokind! – Ich bin nicht Emo, ich bin Pemo! – Hä?? – Na, positive Emo, ich weine nicht.
- Knapp 100l unterschiedlichsten Alkohol durch die Saufmaschine gepumpt.
- Wenn man Emos haut, muss das eigentlich ne Art Sozialhilfe sein. Immerhin haben sie dann einen Grund zu weinen.
- Ich spiel Football – Wat, bist Du der Football?
- Eine Tina ist eine Tina ist eine Tina
- Was nach einer Stunde keinen erkennbaren Einsatzzweck als Lebensmittel findet, wird einer anderen Funktion zugeführt.
- Drink and drive: 0.5 Promille ist eine Unter-, keine Obergrenze. Vielleicht glauben uns die Schweden das (you know, these crazy rules in Germany, partially no speed limit, requirements to be drunk all the time)
- Nicht jeder kennt Odin.
Samstag
Bands: Sehr wenig, zumindest für mich. Slayer habe ich mehrmals gesehen, ein mal hätte auch gereicht. Sonst gab es auch noch Kaiser Chiefs, ein bisschen Wolfmother, viel Killswitch Engage und zu wenig Type O’ Negative. Ich fand den Auftritt von Pete Steel und seiner Band extrem sehenswert. Melodiös, laut, brutal. Die richtige Mischung. Nur sehr Schade, dass es wohl Probleme mit der Stromversorgung gab. Abwechselnd vielen Bass und Schlagzeug aus, so dass der Gig eine Viertelstunde eher als geplant abgebrochen wurde.
Nachdem ich schon Billy Corgan grottenschlecht fand, habe ich mir die Smashing Pumpkins komplett gespart…
Der Zeltplatz war für mich durchweg interessanter, auch wenn es mir nicht ganz optimal ging. Leider hat gegen diesen Katerdämmerzustand auch kein frischer Filterkaffee geholfen und auch der Sangria aus der Katie erschien mir wenig verlockend.
Erheiternd waren die Versuche zusätzlich zur Original Tina weitere Tinas ins Zelt zu locken. Alle Frauen die sitzen blieben wurden automatisch zur Tina. Bedauerlicherweise hielt sich die Quote in Grenzen. Dabei hatten wir den verschlammten Boden so schön mit Büchsen ausgekleidet.
Apropos, die netten Securities der Security Frankfurt mochten das scheinbar nicht. Jedenfalls, wir wären ja nicht der Wellness Pavillon von D9 gewesen, hätten wir nicht auch umgehend den Wunsch nach freier Bodensicht erfüllt. Hätten wir besser gelassen, wäre der spannende Geruch sicher unterm Müll verborgen geblieben.
Katie in Action
Hier sagen Bilder mehr als 1000 Worte:
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Im übrigen schmeckte die ganze Geschichte deutlich besser als so etwas hier:
Ich habe zwar nicht daraus getrunken, weil sich da in mir alles sträubt, aber dieser fast schon massiver Schaum in dem Katheterbeutel sieht einfach nur widerlich aus.
Sonntag
Sonntag ging es mir viel besser, sonst wäre ich unserem Team bei der schönen Bierstaffel auch keine große Stütze gewesen.
Ansonsten haben wir den Tag gemütlich verstreichen lassen, uns ein wenig um die Security gekümmert (an dieser Stelle viele Grüße und alles Gute an die Kurze und den Dünnen!!) und wahrlich meisterhaft die Stimmungsorgel bedient.
Musikhören fing mit Velvet Revolver an. War schon schön, aber halt nicht Guns ‘n’ Roses. Die neuen Songs sind ok und Rocken auch deutlich mehr als diese ganze komische Britpoprockmusik, die neuerdings so in ist, aber ich denke, jetzt hat eine Kapelle die geilen Songs (Guns ‘n’ Roses) und die andere die guten Musiker. Schade eigentlich.
In der Umbaupause habe ich mir kleinen Wunsch erfüllt. Bereits vor einiger Zeit dachte ich, dass Bratwurst im Crêpes bestimmt geil schmeckt. Ich mein, es gibt Käse-Schinken-Crêpes, warum nicht auch so was. Hier auf der Kirmes hab ich mich das nie getraut, die Leute sind meistens komisch drauf.
Nicht so der saucoole Crêpes Stand in der Boxengasse, Papillions Crêpes glaube ich. Die haben mir tatsächlich ne Bratwurst gefalten. Hat super geschmeckt, astrein und vielen Dank! Wie ich schon vor Ort sagte, einer der wenigen Stände, an denen man sich danach nicht ausgenommen gefühlt hat. Seit 2003 konstante Preise, freundliche Mitarbeiter, lecker Essen, einfach gut.
Über den Rest des angeboten Caterings sag ich mal nur folgendes: Durchgehend kalt, 4 EUR + teuer, Portionen in der Größe einer kleinen Pommes mit dem Charme einer Mülltonne. Fantastisch. Ich denke, den Eintrittspreis des Festivals kann man rechtfertigen, aber was dort essenstechnisch betrieben wurde, war zum nicht kundenfreundlich. Auch mit niedrigeren Preisen hätte man hinreichend Umsatz gemacht. Na ja, egal. Wir waren zum Glück nicht drauf angewiesen:
Korn waren halt Korn. Laut und rhythmuslastig, aber nichts, wozu man in meinem Alter die entspannt die Matte kreisen lassen kann… Im Publikum waren recht spannende Moshpits angesagt und ich fand, das Publikum war teilweise recht aggressiv.
Danach folgte endlich die Band des Tages, Die Ärzte. Vor 10 Jahren ihr letzter gemeinsamer Auftritt am Ring, sollten sie jetzt fast 3 Stunden lang den Ring zum Beben bringen. Riesige Moshpits, ausgelassene Fans, eine gut gelaunte Band, die sich an der Sitzlaola satt sehen konnte, einfach ein rundum gelungener Auftritt. Die Setlist hat wie erwartet keine Überraschung geboten. Neue Songs hätten mich gewundert; bei aller Albernheit auf der Bühne, ich denke die drei Herren sind zu sehr Perfektionisten, als das halbgare Songs der Öffentlichkeit lange vor einem neuen Album präsentiert werden.
Auffällig waren der furchtbar unkleidsame Schnurri vom Bela sowie extremes Gepose von Rod, das allerdings ziemlich cool war, vor allem im Vergleich zum “Ärzte statt Böller”-Gig, wo Rod meistens wie Farin recht unbewegt spielte.
Lustig der Typ neben mir, der mich böse anschaute, als ich den Text von Bravopunks sehr laut mitgesungen habe… Sorry, ich hab mir das nicht ausgedacht, das waren die Herren auf der Bühne.
Nach einem ermüdenden Fußmarsch zum Zeltplatz gab es noch ein feines Schlachtfest. Ich schätze mal, jetzt bringt mich gar nichts mehr um, nachdem mir das 3-Uhr-Nachts-Steak noch nicht mal Durchfall beschert hat… Ich wundere mich so sehr darüber, da die Grills nicht mehr wirklich aktuellen, hygienischen Vorschriften entsprachen. Vermutlich aber hat genau der Schmodder für einen wirklich exquisen Geschmack gesorgt.
Alles in allem ein gelungenes Rock am Ring. Vom musikalischem Standpunkt ausgesehen habe ich viel Geld für wenig Bands ausgegeben, die mich jetzt tatsächlich interessiert hätten, vom menschlichen und unter Spaßfaktoren bewertet war es kolossal. Nicht nur, weil es eines der versoffensten und verdrecktesten Festivals seit langem war, sondern weil mir – mal wieder – nur von netten, friedlichen Leuten umgeben waren und einfach eine tolle Zeit hatten.
Allerdings hat das ganze mittlerweile eine Größe erreicht, die für mich zu groß ist. Bei Rock am Ring von gemütlich zu sprechen, war noch nie richtig. Aber die Menschenmassen habe ich vor 5 oder 4 Jahren dort nicht gesehen, das ist erst in den letzten 3 Jahren so krass geworden. Nächstes Jahr muss die Entscheidung pro oder wider noch schärfer abgewogen werden.
Am Ausgang standen (mal wieder) ein paar Jesusfreaks mit ihren Plakaten. Grammatik scheint dort nicht groß geschrieben zu werden. Jedenfalls, das Plakat stand nachher auf einem Campingplatz. Die vorherigen Besitzer habe ich allerdings nicht in der Nähe gesehen:
Grüße an das Fusselmon, namentlich John, Matthias, Gerald, Mühle, Benny, Olli, Hogi sowie Pablo, Fabio, Simon und natürlich an die Tinas Tina, Tina, Anna und Annita. Falls ich jemand vergessen hab, lasst es mich wissen.
Beenden tu ich das hier mit ein wenig Zeltplatzidylle. Allerdings darf auch das beste Auto der Welt nicht fehlen:



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Das klingt echt nach einer verdammt geilen Party. Ich glaube nächstes Jahr muss ich auch unbedingt mal dabei sein!
Aber hallo, da kannst Du Dich drauf verlassen, dass das Spaß gemacht hat
Sehr netter Bericht!
Beneide Dich enorm um den Live-Auftritt von Wolfmother… Linkin Park soll live eigentlich gar nicht so schlecht sein (bis auf das 05er Konzert, welches Du nanntest), kann es aber selber auch nicht beurteilen…
Ich hätte liebend gern die Beatsteaks gesehen. Komischerweise beneide ich niemanden, der Die Ärzte live gesehen hat, auch wenn sie im TV immer sehr witzig rüberkommen…
Was stört Dich den an den Ärzten live?
Sie waren gut drauf bei dem Konzert, hab schon schlechtere erlebt. Ist aber für mich eine Gruppe, die ich mir regelmässig reinfahren kann (so einmal im Jahr), was ich bei weitem nicht über viele Kapellen sagen würde.
Ne, eigentlich stört mich nichts an den Ärzten, und live auch nicht.. habs auch im TV mehr oder weniger gesehen.. aber warum auch immer, es reizt mich nicht wirklich viel, die live zu sehen… weiß auch nicht warum..
Halt nur die beste Band der Welt und des Mondes..
Bei dem Bericht werd ich ganz traurig, das es dieses Jahr leider nicht geklappt hat.
Besonders weil ich die Ärzte schon wieder verpasst habe. Vielleicht schaffe ich es ja mal auf der Tour vom nächsten oder übernächsten Album. Aber als Trostpflaster bleibt ja Wacken und das Lineup dort verspricht ein verdammt geiles Festival. Im nächsten Jahr heißt es dann wieder : Auf zu D9 !!! xD
Bis zum Wacken ist es ja nicht mehr lang… Aachen + Essen destroying wacken… yeah
[...] kann es – mal wieder – kaum glauben, wie schnell 2 Wochen Urlaub vorbei sind. Rock am Ring 2007, zu Hause abhängen und ein bisschen Sonne und Meer in [...]