Ich hatte vor einiger Zeit einen Beitrag über Bloglesegewohnheiten geschrieben, der recht gut angekommen ist.

Ash hat diesen Artikel aufgegriffen und einige Dinge sehr schön formuliert, die ich zwar gedacht habe, aber nicht aufgeschrieben habe, weil ich gedacht habe, hm, das ist mir peinlich.

Auch wenn ich relativ viel Kontakt mit Kunden habe, so hänge ich doch mehr als 70% meines Tages vor dem Rechner, sei es beruflich oder privat, weswegen die soziale Interaktion mit einigen wenigen, guten Freunden doch oft genug ein wenig leidet.

Genau diesen Punkt greif Ash auch auf. Auch wenn bei ihr die Gründe eher anders geartet sind, so ist das Resultat ähnlich.

Ich bin bei weitem nicht so weit, dass mich jeder Pfurz interessiert, aber ich lese gerne in etwas mehr Ausführlichkeit, was andere Leute, die ich nicht notwendigerweise kennen muss, so machen.

Ganz interessant am Post von Ash finde ich auch die Widersprüchlichkeit, die sie beschreibt (Interesse für ein Elternblog obwohl sie keine (Klein)Kinder mag). Mir geht das ähnlich, zwar nicht in Bezug auf Kinder, die ich sehr gerne mag, sondern eher in Bezug auf Menschen. Meine arg misantrophische habe ich zwar mit der Pubertät hinter mir gelassen, nichts desto trotz bin ich eher immer noch Menschenscheu oder ganz trivial gesagt, schüchtern. Von daher finde ich es ganz toll, Menschen stückweise durch ihre Geschichten kennen zu lernen, mit dem sicheren “Schutz” Monitor dazwischen. Sicherlich ist das immer nur ein Bruchteil einer Persönlichkeit, aber durch Interaktion in Kommentaren oder Austausch per Mail etc. ergibt sich oft genug ein vollständigeres Bild.

Hinzu kommt, das man durch eine riesige Auswahl an lesbaren Dingen viel eher Menschen findet, mit denen man auf einer Wellenlänge liegt oder deren Interesse man teilt.

Ganz persönlich interessant finde ich die Ergebnisse meines Daily Fratze Projektes. Teilhaben und teilhaben lassen am Leben. Sicherlich möchte ich das nicht überbewerten, aber es wurde schnell zu einer angenehmen Gewohnheit, nachzugucken, was andere am aktuellen Tag machen oder gemacht haben.

So sehr man es manchmal leugnen möchte, irgendwie ist man als Mensch aus unterschiedlichsten Beweggründen wie Neugier, Interesse, Einsamkeit, Langeweile und mehr, ein Herdentier.

Da ich mich beim Fernsehschauen meistens nur ärgere (insbesondere wenn ich denn mal eine “Dokusoap” anschaue), hole ich mir diese Interaktion dann doch lieber durch Blogs, da bin ich mir in den meisten Fällen sicher, das ich zwar nur einen Teil sehe, der aber dann meistens auch echt ist.