…oder: Warum Twitter doch ganz gut zu Dailyfratze passt.

Nicht nur einmal habe ich mich hier über Twitter echauffiert, aber vor einigen Tagen ist etwas merkwürdiges “passiert”. Ich habe kurz und schmerzlos Twitter in Dailyfratze.de integriert, die dortigen Profile und Tage werden jetzt um diese sinnlos erscheinenden, 140 Zeichen langen Kurzmitteilungen ergänzt.

Noch merkwürdiger: Kurz darauf “twitterte” ich selber, in erster Linie um zu schauen, wie das denn eigentlich ist, innerhalb weniger Zeichen seinen “Status” in die Welt zu blasen und um zu testen, ob denn mein Programm funktioniert.

Schlimm für mich, innerhalb kürzester Zeit hat es mir Spaß gemacht.

Im Gegensatz zu IM muss ich mich nicht verpflichtet fühlen, zu antworten, wenn ich einen “Tweet” lese. Oft genug wird ja nicht verstanden, dass DnD als Status eben “bitte nicht stören” bedeutet und Menschen sind gekränkt, wenn man dann auch wirklich nicht kann. Einer der Gründe, warum ich meinen Messenger so gut wie nicht mehr starte.

Natürlich haben die ganzen Messenger auch eine längere Statusmessage, die oft genug gleiche oder ähnlich relevante respektive irrelevante Informationen beinhaltet, aber alle paar Minuten mir die Buddyliste anschauen und gucken, ob sich etwas geändert hat? So leer ist mein Leben dann auch nicht.

Da macht es dann tatsächlich Spaß, wenn kurz ein floating Window aufgeht, ich mitbekomme, was jemand anders macht und mich sonst nicht weiter von meiner aktuellen Beschäftigung abhält.

Und zu guter Letzt finde ich es tatsächlich reizvoll, ab und zu ein ping in die Welt zu schicken. Hätte ich beim besten Willen nicht gedacht.

Um den Bogen zum Titel zu bekommen: Mein Freundeskreis hat sich in den letzten Monaten stark gewandelt. Menschen, die man über Jahre mindestens wöchentlich gesehen hat, haben den Arsch voller Termine oder sind sonstwie unabkömmlich, mit andere hingegen, die man Jahrelang nicht gesehen hat, verbringt man tolle Abende und neue Menschen kommen hinzu, mit denen man tagelang mit dem Rad in den Alpen rumfährt.

Und dazu gibt es halt meine kleine Fratzenschneidercommunity, die sowas Geiles veranstaltet.

Mir ist das – ganz abgesehen von meiner eigenen Obsession mit dem täglichen Foto – richtig ans Herz gewachsen. Nicht die Software, sondern die Menschen, die es benutzen.

Manche Menschen würden vermutlich verwundert die Augen reiben, wie man bloß auf den Gedanken kommen könnte, das man online im bösen Internet nette Menschen, neue Freunde kennen lernen kann, die dann tatsächlich auch noch das eigene, triste Leben bereichern.

Ein Glück, dass ich nicht alleine so denke: “[..] those guys are like the best friends on the internet [..]”.

Ich habe gar nicht die Zeit, mich intensiv mit einer großen “Community” wie facebook o.ä. auseinander zu setzen, wo Community schlussendlich nur ein Label und nicht im Wortsinne zu verstehen ist, aber dieses kleine Biotop an Menschen, ich möchte es nicht mehr missen; es gibt mir das Gefühl, einige Handvoll Freunde in ganz Deutschland gefunden zu haben, zu denen ich über meine eigene Software und tatsächlich auch über ein Microblogging Tool regelmäßigen und gleichzeitig lockeren aber auch intensiven Kontakt haben kann.

Nun sehe ich diese Menschen nicht nur täglich, sondern ich bekomme auch mit, was sie so machen. Ganz zwanglos, als wenn ich ihnen im echten Leben in der Mittagspause begegne und das finde ich ehrlich gesagt, einfach toll.

Bedenken über mein Profil von Fotos, Blogeinträgen und Statii, das ich damit erstelle, habe ich wenige, fast alles, was ich öffentlich schreibe, würde ich auch im persönlichen Gespräch aussprechen. Fotos, von denen ich denke, sie würden mich nachhaltig diskreditieren gibt es nicht allzu viele und wenn, kann ich immer noch selber entscheiden, ob ich sie veröffentliche. Sicherlich findet man unter meinem Nick einige alte Forumsprofile, mit denen ich vor Jahren viel zu viel Zeit verbracht habe, aber das ist zum einen Geschichte und falls mich deswegen jemand in irgendeiner Form benachteiligt, dann ist das halt so und derjenige muss sich dann gleichermaßen die Frage gefallen lassen, ob er meine Zeit wert ist.

In dem Sinne, mein “documented life” gibt es hier. In den letzten Wochen habe ich das System immer öfter genutzt, um kurze Schnippsel und Gedanken zu bloggen, für die ich keinen ganzen Artikel hier auf planet-punk.de verschwenden wollte.