18. Juli 2010

Bela B, Flughafen Merzbrück bei Aachen

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Flughafen Merzbrück

Ist das letzte Konzert hier auf Planet-Punk.de tatsächlich schon über 12 Monate her? Ich kann es kaum glauben… Ich hoffe, unsere zwei reizenden Babysitter helfen noch ein weiteres Mal aus, auch wenn sie jetzt Evil-Baby kennen gelernt haben ;)

Am gestrigen Samstag traten neben Bela B. Cosmiterra, Pencilcase, Cosmoses, Final Virus und Big Gee auf. Das Ganze war ein Minifestival im Rahmen des Aachener Kulturfestivals 2010. Ich finde es ganz großartig, dass ein Kunst- und Kulturzentrum in der heutigen Zeit ein so hochwertiges Programm für die Besucher kostenlos organisiert.

Natürlich steckt da auch der Gedanke hinter, den Flughafen Merzbrück als Konzert- und Festivalgeländer zu etablieren, aber das ist wohl sicherlich legitim.

Final Virus

Gesehen haben wir den Rest von Final Virus (sehr gut) und Big Gee (ebenfalls gut, aber auf Dauer nicht mein Geschmack) und natürlich Bela B.

Big Gee

Tja, Bela… Dieses Jahr wird der gute Mann 48 Jahre, aber das hält ihn scheinbar nicht davon ab, weiterhin mit schier jugendlicher Begeisterung Musik zu machen und so war der gestrige Abend wunderbar. Ich fange am besten mit dem Schluss an: Bela ging mit dem Satz “jetzt weiß ich wieder, warum ich immer noch gerne Musik mache”, von der Bühne.

Es war toll, ihn noch mal auf einer kleinen Bühne mit rund 7000 anderen Zuschauern und nicht in einem Stadion oder ähnlichem zusehen.

Bela B

Bela hatte sichtlich Spaß mit seiner Band Los Helmstedt. Schüttete Bela sich zu Depp Jones Zeiten auch mal einen vollen Aschenbecher mit Bier in den Mund, so wird 2010 gesundes Obst auf der Bühne verspeist: Wann hat man schon einmal einen Sänger mit einem Apfel(!) im Mund einen Song namens Traumfrau singen gehört oder gesehen? Großartig.

Los Helmstedt sind natürlich nicht die Die Ärzte, aber das ist auch ok so. Die Musik stimmte, die Band passt zusammen und auch die Witze und Zoten waren gut.

Bela B y Los Helmstedt

Allerdings: Belas erstes Soloalbum, Bingo höre ich auch nach 4 Jahren immer noch sehr gerne, mit Code B hingegen kann ich wenig anfangen. Zu Hause und auch live nicht. Wirklich gefallen von neuen Album haben mir eigentlich nur Schwarz/Weiss, Ninjababypowpow, Liebe und Benzin und Altes Arschloch Liebe.

Mein persönlicher Höhepunkt an diesem Abend: Eine deutsche Coverversion von Cyndi Lauper’s Money Changes Everything. Wie wahr, wie wahr…

Alles in allem: Ein wunderbarer, lauer Sommerabend mit exzellenter Stimmung bei einem großartig organisiertem Minifestival. Vielen Dank allen Beteiligten, vielen Dank Bela für’s immer noch Musik machen:

Bela B

Anbei noch ein paar Links zu den Bands:

Zu Hause angekommen musste ich direkt an den ZappingsonG denken ;)

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2. Juli 2009

Alles im Fluss: Eric Fish on Tour 2009

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2 Mal habe ich Eric Fish bereits solo gesehen, im März und September 2006. Ein Konzert musste leider für mich ausfallen, da ich mich hoffnungslos in Düsseldorf verfahren hatte…

Jetzt ist Eric aber wieder in Köln unterwegs und tritt am 15. September 2009 in der Kulturkirche Köln auf. Tickets gibt es bei Headline Concerts zum Preis von 18,15€. Ich freu mich drauf.

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4. Mai 2009

Schandmaul, E-Werk Köln

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Nach dem Jubiläumskonzert in München hat sich die Band Schandmaul auf Jubiläumstour durch Deutschland gemacht und ich hatte gestern Abend die Gelegenheit, mit einem Freund das Konzert im Kölner E-Werk zu besuchen.

Jedesmal wenn ich “Palladium” bzw. “E-Werk” höre, fange ich an zu grübeln, welches ich schrecklich finde: Das Palladium. Die Halle ist einfach nichts. Das E-Werk hingegen ist eine nette Location.

Witzige Szene am Einlass: Aus einem Reisebus steigt eine Gruppe älterer Herrschaften aus und geht schnurstracks zum Gästelisteneingang. Natürlich erheben sich – teils nicht sehr freundliche – Stimmen aus den wartenden Menschenmassen, was dass denn für eine Aktion wäre. Tja, ich würde mal sagen, das waren Angehörige oder halt auch einfach nur Fans, wohl kaum eine Rockkonzertkaffeefahrt, wo die Leute nachher Merch kaufen mussten.

Wir hatten uns es den ganzen Abend auf dem Balkon am gegenüber der Bühne “gemütlich” gemacht. Beste Aussicht, aber nur wenige Minuten nach Beginn des Konzerts unerträglich heiß. Was mich gefreut hat: Die meisten Besucher hielten sich tatsächlich ans Rauchverbot. Toll!

Vorband waren Reincarnatus aus den Niederlanden. 6 “lekkere meisjes” präsentieren einen mittelalterlichen Gemischtwarenkorb, der laut Homepage sowohl “Gothic Schwärmer” als “Mainstream Hörer” ansprechen sollen. Ich weiß nicht, ob das gelingt, aber zumindest mir gefielen einige der recht beatlastigen Songs recht gut, insbesondere die mit netten Sologitarren.

Ansonsten geht es mir mit Reincarnatus wie mit vielen Liedern von z.B. In Extremo in fremder Sprache: Kennste 2, 3, kennste alle.

Nichts desto trotz: Angenehme Vorband.

In der Umbaupause kamen wir auf die Idee, dass ich den Fotopass ja nicht nur nutzen konnte, um unbehelligt eine Kamera mitzunehmen, sondern auch, um in den Fotograben zu gehen. Tja und dazu muss ich sagen: Aus mir wird wohl so bald kein guter Konzertfotograf oder aber ich habe das falsche Equipment (wobei so geht’s auch ;) ). Trotzdem, nett war es schon, der Band während des Auftritts einmal so nah zu sein, ohne Ellbogen und Co. einsetzen zu müssen.

Zurück zu Schandmaul: Ich hatte fast den Eindruck, als wenn die Band kurz vorher noch mein Sinnfonie Review gelesen hätte und “weniger ist mehr” beherzigt hat. Auf der Bühne agierten sehr souverän Thomas, Birgit, Anna, Martin, Stefan und Matthias, letzterer mit einer “Farin Urlaub zu Zeiten von 13”-Gedenkfrisur.

Ich bin ein schlechter “Pressefuzzi”, ich habe mir natürlich wieder nicht die Setliste gemerkt, sondern nur einige Höhepunkte, wie z.B. “Die Melodie” als dritten Song, den man sich ja aus dem “bösen, bösen Internet” besorgen könnte, eine sehr geile, aufgejazzte Version von “Teufelsweib”, ein rockendes “Geisterschiff” und eine verspätete, aber nichts desto trotz wilde “Walpurgisnacht”.

Weitere Highlights waren “Vogelfrei” (das ich mittlerweile in der “normalen” Albumversion gar nicht mehr mag, weil es dort so altbacken klingt) und “Frei” vom aktuellen Album “Anderswelt”.

Thomas war als Frontmann amüsant wie eh und je. Für die Konzerte kann man sich anscheinend übers Internet Songs wünschen, was mit “Eure Setlist ist gar nicht mal so scheiße” kommentiert wurde. Herr Lindner ist aber auch nicht vor Selbstironie gefeit, sprang er doch wild auf der Bühne umher, nur um seinen Mantel auszuziehen, dessen Ärmel nicht über die aufgequollenen Lederbänder rutschen wollte.

Der Rausschmeißer sollte wie bei jedem Schandmaulkonzert “Willst Du?” sein. Leider ist innerhalb der ersten paar Takte ein Mädel umgefallen, woraufhin das Konzert unterbrochen wurde. Was ich merkwürdig fand, mit welcher Seelenruhe die Securities und anschließend die Sanies sich auf den Weg gemacht haben. Seltsam. Kommentar zum Vorfall: “Oh, da hat wohl jemand ‘nen Heiratsantrag gemacht.”.

Bevor der Song dann zum besten gegeben wurde, gab es dann noch ein spontanes “Trinklied”, was mit den etwas verpassten Einsätzen einer gewissen Situationskomik nicht entbehrte. “Willst Du?” selber danach war natürlich auch sehr schön.

Alles in allem, ein sehr schöner Abend. Im Gegensatz zur Veranstaltung in München war ich auch in einer deutlich positiverne Grundstimmung, aber ich fand das Konzert auch tatsächlich besser. Musik, Abmischung, Bühnenschau und Licht: Alles vom feinsten, topp gemacht!

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17. November 2008

10 Jahre Schandmaul, München

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10 Jahre Schandmaul

Schandmaul feiern dieses Jahr ihr 10 jähriges Bandbestehen. In der heutigen Zeit voller kurzlebiger Bands ein guter Grund zu feiern.

Ich selber bin geteilter Meinung was Schandmaul angeht: Die Songs, die ich mag, mag ich sehr gerne, mit dem Rest kann ich teilweise nur wenig anfangen. Das allerdings weiß die extrem sympathische Band bei ihren Konzerten aber regelmässig zu überspielen, live haben Schandmaul mich immer begeistert, u.a. hier und hier.

Da meine Freundin die Musik fast ohne wenn und aber mag, buchten wir relativ früh das 10 Jahre Schandmaul Komplett Packet inkl. Busfahrt von Köln nach München und zurück, Hostel und Aftershowparty für relativ wenig Geld.

An dieser Stelle muss der Band und ihrem Management ein dickes Lob ausgesprochen werden: Die Organisation war fabelhaft, selbst an gesponsorte Verpflegung im Bus war gedacht. Bis auf wenige Startschwierigkeiten wurden Uhrzeiten eingehalten und auch Check-In und Zimmerbelegung war gut geplant. Hut ab vor demjenigen, der über 20 Busse und eine entsprechende Menge Zimmer für die Reisenden organisiert hat.

Sinnbilder

Neben besagten Naschereien gab es im Bus die neue Schandmaul DVD “Sinnbilder” zu sehen. Nette Geste, den Fans die Scheibe direkt am Erscheinungstag zu zeigen.

Da Netinfect es leider nicht geschafft hat, das Rezensionsexemplar pünktlich zu schicken, kann ich meine Eindrücke auch gut hier unterbringen: Das Hauptthema der DVD sind persönliche Gedanken, Eindrücke und Gefühle der 6 Bandmitglieder Anna, Birgit, Stefan, Thomas, Martin und Matthias.

Auf der einen Seite finde ich es faszinierend, dass die Band so offen mit ihrem Privatleben umgeht, von ihren Refugien auf dem Land, von ihren Lebenspartner und vieles mehr erzählt, auf der anderen Seite denke ich aber auch: Wen interessiert es? Auch wenn ich mich bei 2 anderen Bands wirklich als “Fan” empfinde, dann immer nur als Fan der Musik. Sicherlich faszinieren mich Menschen wie Brian May und Farin Urlaub, anderseits werden sie aber nicht deswegen automatisch zu meinen “Freunden”, nur weil ich ihre Musik toll finde; ergo warum sollten die mir ihr Privatleben offenbaren und warum sollte ich Interesse dran haben?

In der Summe bestimmt sehenswert für Menschen, die in der Band einen virtuellen Freund sehen, für mich eher unter der Rubrik “aha und jetzt?” abgelegt.

Interessanter dagegen ist die komplette Aufzeichnung des Wacken Open Air Gigs von Schandmaul im Jahr 2007. Gute Bildqualität, absolut bombastische Stimmung und eine tolle Dokumentation eines grandiosen Gigs.

Busfahrt

10 Jahre Schandmaul

Irgendwann wurde es mir leider im Bus echt zuviel mit Schandmaul Musik. Eine Eigenart meinerseits ist, vor Konzerten fast nie CDs der jeweiligen Band anzuhören, um nicht auf dem Konzert schon genug von der Musik zu haben.

Ist klar, dass das nicht jeder so sieht wie ich und so hatten wir dann irgendwann in München so ziemlich die komplette Diskographie gehört bzw. so fühlte es sich bei mir dann an.

Das schönste an der Tour war dann tatsächlich, noch mal ein paar ganz andere, nette Menschen kennen zu lernen. Durch die Bank sympathische Menschen und das ohne großen Mengen Alkohol.

Konzert

7000 Menschen. Der Wahnsinn. Das erste Mal habe ich Schandmaul in Köln in der nicht wirklich komplett gefüllten Live Music Hall in Köln gesehen. Was für ein Weg bis zum ausverkauften Zenith in München.

Ich gönne den 6 den Erfolg von Herzen, aber wie sooft, die Gemütlichkeit auf den Konzerten ist dann natürlich weg, mir war es zu voll, zu groß.

Die Songauswahl war zwar wirklich gut, aber ich war irgendwann so angenervt vom permanenten Rumhüpfen und dem schunkelnden Meer an Armen, dass es mir nicht wirklich Spaß gemacht hat und trotz der sichtlich gut gelaunten und gerührten Band kein Funke überspringen wollte.
Mal wieder ärgert mich an dieser Stelle, dass ich mir oft von meiner eigenen, schlechten Laune einen eigentlich guten Tag, ein schönes Erlebnis versauen lasse; vor allem, wenn ich noch mal zurückdenke, wie begeistert ich in Trier war. Na ja, irgendwann lern’ ich’s schon noch.

Wenigstens meiner Freundin hat das Konzert von vorne bis hinten Spaß gemacht.

Die Highlights für mich waren wie sooft Seemannsgrab, Vogelfrei, Walpurgisnacht und das grandiose Kein Weg zu weit. Auch gut das Trinklied und die ruhigen Stücke wie Sonnenstrahl und Willst Du?.

In den 3 Stunden gab es mehrere Parts: Schandmaul, Schandmaul mit Unterstützung durch einen kleinen Chor sowie einem Teil der letzten Instanz und Frau Schmidt von Subway To Sally und Schandmaul mehr oder weniger unplugged.

Gerade bei letzterem dachte ich: Oh, weniger ist mehr; der Teil des Konzertes hat mir dann tatsächlich am besten gefallen.

Passend zu meiner “persönlichen Freunde These” von weiter oben ist der Eindruck, den Schandmaul auf der Bühne bieten: Sichtlich und ernsthaft gerührt ob ihrer Fans. Finde ich irgendwie gut.

Wirklich spannend war das absolut gemischte Publikum: “Normalos”, “Gothics”, jüngere und ältere Menschen, Leute in ganz normalen Klamotten, ziemlich üble Modeopfer (ich schätze mal, das soll Mittelalter o.ä. sein), “dicke Männer mit Bärten” (verglichen Knorkator “Für meine Fans”), die ganze Palette. Irgendwie hat Schandmauls Musik etwas, das Alters- und Schubladen übergreifend ist. Ich merke das selber an einigen Songs, die mich sehr berühren und mich selbst in Momenten absolut schlechter Laune zum Lächeln bringen bzw. gute Erinnerungen hervorrufen.

Party im Backstage

Kann ich “leider” nicht viel zu sagen: Ich war kurz da, fand es viel zu voll, viel zu Disko und bin wieder gegangen. Verpasst habe ich deshalb die “Letzte Instanz”, die Schandmaul mit Coverversionen ein dreiviertelstündiges Geburtstagsgeschenk gemacht hat, ein paar bekanntere DJs und natürlich die Band selber. Natürlich hätte ich gerne noch mal ein Foto mit Anna gemacht, aber nur deswegen wollte ich mir das nicht antun, ist definitiv nicht meine Welt.

Manchmal beneide ich ja die Menschen, die in diesem Rahmen abzappeln können ohne sich um die Welt zu scheren. Ich kann das meistens nur zu Hause, aber dann ist das auch meistens wirklich Ausdruckstanz und dafür ist die Welt einfach noch nicht bereit ;) .

Wiederholung?

Ich weiß es noch nicht… Ich war dieses Jahr auf einem Festival und bin 2 mal wegen eines Konzertes nach Berlin und einmal nach München gefahren. Im Moment ist irgendwie die Luft raus, zumindest was Gedränge, schlechte Luft und ewig langes Anstehen angeht. Irgendwie schade, aber ich brauch eine Pause von den größeren Veranstaltungen, sei es Festivals oder Konzerte.

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17. Oktober 2008

Knorkator, Musikbunker Aachen

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Vor ein paar Tagen machte mich der liebe Olli auf die Abschiedstour der deutschen Boygroup Knorkator aufmerksam, die ganz passend den Titel “Auf wieder hören – Weg nach unten” trägt. Na ja, ich hatte bis dato nur das erste Album “The Schlechtest Of” vom Ende der 1990er und war ein bisschen skeptisch…

Knorkator

Total übermüdet kam mir auf der Rückweg einer Dienstreise die Schnappsidee, doch einen alten Freund mal anzurufen, mit dem ich bereits auf dem Wacken Open Air 2000 versucht hatte, Knorkator zu sehen… Tja und überraschenderweise hatte der tatsächlich Lust, sich das Spektakel anzuschauen.

Ein paar Stunden später bin ich auch wieder wach, die Knochen schmerzen nicht mehr ganz so doll und ich muss sagen: Es war großartig! Tolle Stimmung, eine total sympathische Band und eigentlich wirklich gut gemachte Nonsensmusik.

Knorkator

Der Sänger “Stumpen” machte sich einen Spaß draus, das Publikum zu verarschen, sich sehr akzentuiert und eloquent zu artikulieren (labern eigentlich alle Bands aus Berlin derart viel Stuss auf der Bühne?!), Alf an der Percussion sah einfach nur “böse” aus und die Verrätervotze (Votze wird in Berlin tatsächlich mit “V” geschrieben) Buzz an der Gitarre nimmt wahrscheinlich die härtesten Drogen, anders kann ich es mir nicht erklären, dass er bei dem ganzen Bühnenzauber so ruhig bleibt.

Knorkator

Stumpen singt tatsächlich live auch mit einer großartigen Kopfstimme, genau wie auf den Alben. Hätte ich nicht gedacht. Gab einen Haufen ziemlich guter Songs, zwei nette Coverversionen (“The Sign” und “Ma Baker”), Sandwichcrowdsurfen und “Die Säule of death”: Der Großteil des Auditoriums rannte nicht mit Schmackes gegeneinander sondern gegen einer sehr massiv und bedrohlich wirkende Säule mitten im Musikbunker. Beeindruckender Aggressionspogo:

Knorkator

Interessant fand’ ich, dass es nicht so sehr in Gewaltätigkeiten wie z.B. bei Rock am Ring oder ähnlich großen Festivals in den vorderen Reihen ausartete, sondern alles eher so im Rahmen war, wie man Pogo von “früher” her kannte. Lag vermutlich dran, dass das Publikum, übrigens bunt durchmischt, eher spezieller war und nicht dem gemeinen Festivaltourist angehörte.

Sehr schöner Abend, kann nur empfehlen, sich die Band auf ihrer Abschiedstour einmal anzusehen.

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23. September 2008

Queen & Paul Rodgers, Velodrom Berlin

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Seit fast einem dreiviertel Jahr lagen 2 Karten für das Queen & Paul Rodgers Konzert an meinem Geburtstag im Velodrom in Berlin auf meinem Schreibtisch. Da lagen sie leider auch noch, als wir bereits in Berlin waren. Große Scheiße und ein echter Stimmungskiller.

Brian May

Leider war derjenige, der unseren Wohnungsschlüssel hat, nicht erreichbar, der Weg per Kurier fiel also aus. Zum Glück gab es noch ein paar Restkarten an einer CTS Stelle und wir konnten das Konzert noch sehen, auch wenn es jetzt leider doppelt so teuer war.

Aber am Ende war es jeden Cent wert. Nachdem ich Queen das erste Mal vor 3 Jahren gesehen habe, ist viel passiert. Mittlerweile ist aus Queen mit neuem Sänger eine richtige Band, Queen & Paul Rodgers, geworden, eines neues Album ist draußen und die alten Herrschaften haben offensichtlich einfach wieder oder immer noch Spaß daran, großartige Rockmusik zu machen.

Paul Rodgers & Brian May (2)

Leider war mir nicht vergönnt, One Vision als Opener zu erleben. Immer, wenn ich Wemley ‘86 oder andere Konzert der Magic Tour anschaue, bekomme ich eine Gänsehaut bei den ersten Riffs, ich find das Lied einfach genial und als Opener die ideale Wahl. In Berlin entschied sich die Band jedoch das erste Mal auf der The Cosmos Rocks Tour für Surfs Up… Schools Out!. Schade. Ich hatte auch den Eindruck, dass Brian mit dieser Wahl nicht ganz glücklich war.

Ansonsten gab es nicht übermäßig viele Überraschungen, auch nicht im Vergleich zu 2005 allerdings ist Die Band deutlich besser geworden, wie ich finde.

Sehr gut gefallen haben mir wider Erwarten die neuen Songs C-lebrity und Cosmos Rocks, beides live eine Wucht. Ebenfalls genial, Bad Company, ein Paul Rodgers Stück, mit Paul am Piano. Großartiger Song, genial dargeboten und eigentlich nur übertroffen von Warboys.

Roger Taylor

Wir standen in der ersten Reihe und ich fand es toll zu sehen, wieviel Spaß die Band an der Musik hat und wie freundlich und offen alle Musiker wirken, keine Spur von Arroganz. Um so mehr hat es mich und alle in meinem Umfeld geärgert, dass ein offensichtlich total besoffener Idiot in unserer am Pöbeln und Buhen war, deutlich kleinere Mädels bedrängte und irgendwie allen den Spaß nahm. Zum Glück hat er es übertrieben und wurde von den Securities raus gezogen. Manchmal fühlt man sich als Fliegengewicht doch etwas hilflos gegen solche Klötze.

Ansonsten habe ich um mich herum nur begeisterte und vor allen glückliche Gesichter gesehen. Queen mag mit Sicherheit bei vielen Menschen als Popband verschrien sein, aber das ist mir schlussendlich auch egal. Das Konzert und Erlebnis hat mich und mit Sicherheit viele andere Menschen im Velodrom glücklich gemacht und das ist es doch, was an einem solchen Abend zählt.

Als i-Tüpfelchen oben drauf: Freddie Mercury wird bei dieser ganzen Show nicht vergessen oder verdrängt, im Gegenteil. Der Song Bijou vom 1991er Album Innuendo zusammen mit ein paar gelungenen Videoeinspielungen ist in meinen Augen ein noch schönerer Tribut an ihn als Bohemian Rhapsody.

Paul Rodgers & Brian May

Kurz zur Bühne. Auf Spreeblick wird über die Zentralbühne von Metallica geschrieben, die letzte Woche ebenfalls in Berlin zum Einsatz kam. Queen gehen einen anderen Weg: Die Bühne befindet sich nach wie vor frontal vor dem Publikum, mit einem langen Catwalk in der Mitte, auf dem Paul und Brian sich bewegen können. Nichts bahnbrechend neues soweit. Allerdings wurde zur Halbzeit das kleine Accoustikset (’39, Love of my life) vorne auf der Spitze zum besten gegeben (übrigens ’39: Queen ist wieder richtig locker geworden: Auf einmal stand Spike Edney mit einem Akkordeon vorne und der Song wurde von Brian als “a german folksong” angekündigt). ’39 wurde von Roger Taylor auf einer Bassdrum begleitet. Diese wurde nach dem Song mit und mit – während Roger sein Schlagzeugsolo gab – zu einem kompletten Kit erweitert, sozusagen im laufenden Betrieb. Das Solo ging dann in I’m in love with my car über und Roger saß quasi mitten in der Menge. Ich halte das für eine tolle Idee: Ohne die Einheit der Band zu zerreißen hat auch der Schlagzeuger mal die Gelegenheit, mit dem Publikum zu interagieren respektive auch die hinteren Reihe sehen mal etwas mehr von ihm.

Paul Rodgers

Schade, dass das Wochenende so schnell vorbei ging. Drum herum haben wir nämlich noch eine ziemlich gute Zeit in Berlin verbracht. Schönes Städtchen ;)

Ältere Queen & Paul Rodgers Berichte:

Hier mal ein Eindruck von Queen & Paul Rodgers 2008:


Aufgenommen beim Benefiz Konzert in Kharkov.

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