5. März 2010

Gerade das erste Mal ein Album über ein Sharing-Portal eines Labels bekommen, das heute erscheinende 3. Album der Gorillaz mit dem schönen Namen Plastic Beach. Immerhin, die Dateien funktionieren Betriebssystem übergreifend. Leider habe ich keine Ahnung, ob es an meiner schlechten DSL Anbindung, dem Portal oder an Problemen mit meinem Browser lag, das komplette Package konnte ich mir von zu Hause nicht laden, sondern musste auf den Arbeitsplatz zugreifen…
Als ich vor 10 Jahren mit diesem Blog begonnen habe, gab es die Gorillaz auch schon, 2000 erschien ihre erst EP, 2001 war “Clint Eastwood” gerade aktuell. Nicht, dass ich mir damals viel draus gemacht hätte. Das Video und die Idee waren witzig, die Musik interessierte mich eher nicht.
Seit einigen Jahren habe ich zum Glück die Scheuklappen abgenommen und solche Videos und Songs wie gestern verlinktes “Stylo” machen dann doch richtig Spaß.
Die Trackliste von “Plastic Beach” liest sich keineswegs mehr als rein virtuelle Band der Herren Albarn and Jamie Hewlett, im Gegenteil. Auf mehr als der Hälfte der Tracks werden mir mehr oder weniger bekannte Stars gefeatured: Einige Hip-Hop / Rap Stars und ganz erwähnenswert: Paul Simonon und Mick Jones von The Clash, und zwar beide im selben Song, dem Titeltrack. Wenigstens sind damit die Rock- und Punk Zitate nicht ganz verschwunden 
Das orchestrale Intro lässt einen nicht an die kommende Pop / Elektronik / Rock Mischung, sondern eher noch an einen Filmsoundtrack oder ähnliches denken, bis man dann ersten Song “Welcome to the World of the Plastic Beach” von Snoop Dog begrüßt wird…
Was mir besonders gut gefällt, ist die Mischung aus interessanten Melodien mit elektronischen Beats und dezenten Gitarren, wie z.B. auf dem Titeltrack. Auch sehr cool sind die östlichen Klänge des libanesischen National Orchesters im Song “White Flag”. Wäre allerdings noch besser gewesen, wenn das Orchester nur durch den lakonischen Gesangs 2D’s ergänzt worden wäre und nicht durch Rap.
Die Single “Stylo” wirkt auch für sich, das Album lässt man am besten als Ganzes auf sich wirken, die Songs hängen zum größten Teil zusammen.
Auf Amazon gibt es ein wenig Werbetext und Hintergrund zum Thema des Albums:
Die große Sage um Sänger 2D, Bassist Murdoc Niccals, Gitarristin Noodle und Drummer Russel Hobbs bekommt nun eine neue Wendung, die sich auch in ihrem neuen Look widerspiegelt: Inzwischen ist die Band in Plastic Beach beheimatet, einem gigantischen Kontrollzentrum à la Tracy Island (bekannt aus der TV-Serie Thunderbirds), das am Point Nemo inmitten des Südpazifiks auf einem großen Müllberg schwimmt. Kein anderer Platz der Welt ist weiter entfernt vom Festland. Hier läuft mehr oder weniger wieder alles nach Murdocs Nase, er hält 2D gefangen und wird zeitgleich von einer Cyborg-Version von Noodle beschützt, die er mit der DNA der japanischen Gitarristin hat herstellen lassen. Zuletzt wurde das Original 2006 gesehen, wie ihr im “El Mañana”-Video Bomben auf den Kopf fielen. Drummer Russel hingegen hat sich aus dem aktiven Leben zurückgezogen.
Die Welt vom Plastic Beach ist reichlich bizarr und bunt, aber das ist ja eines der Trademarks dieser Band. Wer sich drauf einlässt und den Genremix mag, der dieses mal sehr viel eindeutiger Richtung Elektronik und Beats geht, bekommt ein recht unterhaltsames Album geliefert, das zwar nicht mehr so innovativ ist wie das Debutalbum, aber immer noch aus der Menge heraussticht.
Was mir fehlt ist das Coverartwork drumherum zum Review. Wahrscheinlich wäre die Hintergrundgeschichte der Band, wie sie auf Plastic Beach weitergesponnen wird, dann interessanter. Ich selber habe in letzter Zeit auch oft im iTunes Store oder bei Amazon Mp3s gekauft, die Tage aber noch laut auf Twitter gedacht, dass ich doch mal wieder Platz für neue CDs schaffen werde (auch wenn ich mich meine Sammlung beim Umzug letzten Monat wieder enorm gestresst hat
). Es ist schon irgendwie nicht mehr das gleiche wie früher…
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