The Queen Kings, Tatort Musikclub Übach-Palenberg

Das erste Konzert 2007 und direkt ein riesengroßer Reinfall.

Alleine die Tatsache, dass die Fanclubs der Coverbands “The Queen Kings” und “MayQueen” sich genauso wie die Bands selber eine “interessante” Schlammschlacht in Foren und Gästebücher liefern, hält mich davon ab, drastische Worte bzgl. des gestrigen Konzerts zu nutzen, auf so etwas kann ich hier gut und gerne verzichten. Hätte ich mich mal vorher darüber informiert, als etwas mehr als 30 EUR für 2 Karten hinzulegen.

Ich war tatsächlich nicht das erste Mal auf einem Gig einer Queencoverband. Das erste Mal war noch im letzten Jahrtausend, ich glaub ich war 14, 15 oder so… Fand ich damals ganz toll. Das nächste Mal war 2003, bei We are the champions der Band MerQury. Das war auch nicht schlecht, im Gegenteil. Die Band präsentierte eine Show in einem eigenen Stil, war gut. Dann habe ich ich 2005 Rock4 gesehen, auch sehr schön, weil ungewöhnlich und was anderes. We Will Rock You (das Musical) gefällt mir nach anfänglicher Skepsis auch sehr gut… Hab es mittlerweile zwei mal gesehen.

Abgesehen davon hat mich die Queen + Paul Rodgers Tour 2005 umgehauen und ich freu mich wie ein Schneekönig auf das neue Album, es geht wieder nach vorne.

Was ich dann gestern geboten bekam, gefiel mir schon nach den ersten paar Tönen nicht. Langweilig, uninteressant, unkreativ. Alleine der Anfang, A beautiful day. Haha, wie witzig und originell, das Intro der Q+PR Tour zu nehmen. Wenigstens haben sie es nicht ganz nachgemacht und das Original statt den Remix genommen und sich Lose yourself gespart.

Der Bassist, Rolf Sander, war gut, immerhin kommt er doch direkt aus We Will Rock You. Leider konnte ich sein sympathisches Lächeln nicht erwidern, alleine weil meine Laune nach 1.5h Stunden Warten in einem Raum gänzlich ohne Sauerstoff dafür mit 100% Nikotin unter aller Sau war. Leute, ihr seid keine Stars, ihr seit eine Coverband… Und wenn ihr die Leute schon warten lasst, dann macht wenigstens Musik an.

Vermutlich kann Frank Rohles, der Gitarrist, auch etwas. Leider kam es nicht zur Geltung, weil es das Schlagzeug und den Sänger gab. Auf den Fanclubseiten kann man vom fantastischen Schlagzeugspiel lesen… Für mich klang das alles nach 4/4 Takt… Passte bestens zum Schunkeln(!) bei Somebody to love, Grauenhaft… Ich dachte, Karneval fängt erst in drei Wochen an. Den Sänger und seine Show fand ich peinlich. Ich mein, was soll das? Witzchen bzgl. “Wir haben jetzt schon 2 Stunden gespielt” nach 5 Minuten kann man machen, wenn die ersten 5 Minuten geil und nicht langweilig waren…

Na ja, ich will ja anderen Menschen den Spaß nicht nehmen, wir sind dann gefahren. Schade um den Abend. Habe mich dann heute morgen mal informiert, warum die Band “The Queen Kings” und nicht mehr MayQueen heißt. Da geht es dann um Anwälte, Namensrechte und viel Streit. Das sagt doch schon alles aus. Kapellen, die bestenfalls Partymusik machen und sich für Stars halten, ihr Publikum entsprechend lange stehen lassen und es dann nicht bringen.

Nach den Gigs von Queen und Paul Rodgers bin ich oft drauf angesprochen worden, hey, das ist nicht das Original, wie kannst Du das gut finden? Ganz einfach, weil meine Lieblingsband endlich etwas anderes macht als die 10. Greatest Hits Veröffentlichung. Ich kann auch gar nicht verstehen, warum man dermaßen in der Vergangenheit leben kann, dass man eine Queenbox mit Uraltdemos, die damals keiner veröffentlich hat, weil sie nicht dem Qualitätsstandard von Queen entsprachen, jederzeit einem neuen Album vorziehen würde.

Jedenfalls, es passt zu dieser Denkweise, dass man sich an alte Träume festhält und einer Coverband einen Stellenwert einräumt, der nicht gerechtfertigt ist.

Ich habe diesen Artikel extra damit angefangen, dass es nicht die erste Tribute Band war, die ich gesehen habe, damit man nicht denkt, dass ich nicht offen für neues wäre. Ich denke halt, zu einem Tribute gehört es auch, etwas Eigenes einzubringen und das dann bitte auch in angemessener Form.


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Geschrieben am Samstag, 03. Februar 2007 von Michael J. Simons in Konzerte und verschlagwortet mit