Knorkator, Musikbunker Aachen

Vor ein paar Tagen machte mich der liebe Olli auf die Abschiedstour der deutschen Boygroup Knorkator aufmerksam, die ganz passend den Titel “Auf wieder hören - Weg nach unten” trägt. Na ja, ich hatte bis dato nur das erste Album “The Schlechtest Of” vom Ende der 1990er und war ein bisschen skeptisch…

Knorkator

Total übermüdet kam mir auf der Rückweg einer Dienstreise die Schnappsidee, doch einen alten Freund mal anzurufen, mit dem ich bereits auf dem Wacken Open Air 2000 versucht hatte, Knorkator zu sehen… Tja und überraschenderweise hatte der tatsächlich Lust, sich das Spektakel anzuschauen.

Ein paar Stunden später bin ich auch wieder wach, die Knochen schmerzen nicht mehr ganz so doll und ich muss sagen: Es war großartig! Tolle Stimmung, eine total sympathische Band und eigentlich wirklich gut gemachte Nonsensmusik.

Knorkator

Der Sänger “Stumpen” machte sich einen Spaß draus, das Publikum zu verarschen, sich sehr akzentuiert und eloquent zu artikulieren (labern eigentlich alle Bands aus Berlin derart viel Stuss auf der Bühne?!), Alf an der Percussion sah einfach nur “böse” aus und die Verrätervotze (Votze wird in Berlin tatsächlich mit “V” geschrieben) Buzz an der Gitarre nimmt wahrscheinlich die härtesten Drogen, anders kann ich es mir nicht erklären, dass er bei dem ganzen Bühnenzauber so ruhig bleibt.

Knorkator

Stumpen singt tatsächlich live auch mit einer großartigen Kopfstimme, genau wie auf den Alben. Hätte ich nicht gedacht. Gab einen Haufen ziemlich guter Songs, zwei nette Coverversionen (“The Sign” und “Ma Baker”), Sandwichcrowdsurfen und “Die Säule of death”: Der Großteil des Auditoriums rannte nicht mit Schmackes gegeneinander sondern gegen einer sehr massiv und bedrohlich wirkende Säule mitten im Musikbunker. Beeindruckender Aggressionspogo:

Knorkator

Interessant fand’ ich, dass es nicht so sehr in Gewaltätigkeiten wie z.B. bei Rock am Ring oder ähnlich großen Festivals in den vorderen Reihen ausartete, sondern alles eher so im Rahmen war, wie man Pogo von “früher” her kannte. Lag vermutlich dran, dass das Publikum, übrigens bunt durchmischt, eher spezieller war und nicht dem gemeinen Festivaltourist angehörte.

Sehr schöner Abend, kann nur empfehlen, sich die Band auf ihrer Abschiedstour einmal anzusehen.


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Geschrieben am Freitag, 17. Oktober 2008 von Michael J. Simons in Konzerte und verschlagwortet mit