Rock am Ring 2008 – End of an era
End of an era Nicht nur der Titel eines unnötigen Best-Of Nightwish Albums, sondern für mich auch Motto “meines” diesjährigen Rock am Rings.
Warum ausgerechnet diese Überschrift? Als ich vor 8 Jahren Nightwish auf meinem ersten Festivalbesuch, dem Wacken 2000, gesehen habe, war das das beste musikalische Erlebnis, das ich bis dato hatte und entsprechend euphorisch beschrieb ich das auch.
8 Jahre später ist davon nichts, aber auch gar nichts über geblieben. Im Vorfeld hatte ich schon die Vermutung, dass der Gig der einzige am Samstag wird, der wirklich Ausschuss ist und wie wahr ist es geworden: Zuviel Playback, das dann auch ganz wunderbar nicht funktionierte, beschissene Songs, eine schlechte Sängerin und ein Auftritt, der ganz und gar nicht rockte. Wie der Basser zum Schluss richtig feststellte: “Einige werden froh sein, wenn wir von der Bühne gehen”. Wie richtig.
Alles in allem verkörperte der Auftritt dann auch für mich den Rest des Budenzaubers: Wie letztes Jahr bereits befürchtet, zu groß, zu voll, von allem zu viel, sei es Alkohol oder Massenpogo.
An meinem Alter wirds nicht liegen, noch immer sind wir definitiv nicht die Ältesten dort. Es fällt mir ein bisschen schwer, mir zu zugestehen, dass ich mir die letzten Jahre vermutlich auch viel schön gesoffen habe. Mittlerweile trinke ich kaum noch (auch wenn man es meinen daily fratze Fotos in dieser Woche nicht unbedingt ansieht) und schon ist ein Drittel des Spaßes weg. Schade.
Immerhin, die paar Stunden im Katie Wellnesspavillon waren kurzweilig und unterhaltsam, wir haben nette Leute wiedergetroffen und neue kennen gelernt.
Nichts desto trotz, eine Premiere gab es dann noch: Wir sind bereits Sonntags nach Hause gefahren. Keine Lust auf Sportfreunde, Fußball, Toten Hosen, Menschenmassen. War eine gute Entscheidung.
Die Bands, die ich gesehen habe, waren weitestgehend gut bis sehr gut, hatten nur derbe unter dem absolut unterirdisch schlechten Sound zu leiden. Bis Sonntagabend dachte ich noch, hm, am Anfang von Rage Against The Machine haben sie einfach vergessen, die P.A. anzumachen und danach ging es dann frei nach dem Motto “Vom Winde verweht” weiter, aber als ich mir dann den Hosen Auftritt im TV angeschaut habe, war da der Ton genauso mies. Schade.
Rage Against The Machine waren gut, aber nicht so überragend wie sie gehandelt wurden. Culcha Candela waren irgendwie launig, Gavin Rossdale (Ex-Bush) war sehr gut, ebenso wie Serj Tankian. Coheed & Cambria wären richtig geil gewesen, hätte sich dort der Mensch am Mischpult mit der Lautstärke vielleicht etwas zurückgehalten.
Von Disturbed sah ich leider nur 10 Minuten. Na ja. In Flames waren besser als erwartet, aber nicht überragend. Als The Offspring die Bühne betraten, habe ich mich erstmal erschrocken. Manche Menschen altern “schlechter” als andere. Trotzdem, nach dem unsäglichen Nightwishgig: So muss ein Auftritt aussehen. Geile Songs, gute Stimmung und von vorne bis hinten Vollgas.
Tja und danach Metallica. Großartige Setlist, ein Sänger der fast wieder richtig singen kann und eine Band in Spiellaune. Hätte man die Möglichkeit gehabt, an knapp 90000 Menschen vorbei nach vorne zu kommen, wäre es sicherlich eines der besten Konzerte dieses Jahr gewesen. So litt leider der Spaß, zentimetergroße Menschen auf der Bühne zu sehen ist halt etwas fad.
Abschließend kann ich sagen, dass ich nichts bereue von den vergangenen Jahren: Wir hatten schlussendlich immer mehr Spaß als Frust, haben immer nette Menschen kennen gelernt und eine gute Zeit verbracht. Aber nach 8 Jahren Festivals und 6 mal Rock am Ring wird es Zeit für etwas neues. Mal schauen, was ich nächtes Jahr um diese Zeit mache…
Vielleicht als kleine Nachlese, die Berichte der vergangenen Jahre, die ebenfalls online sind: 2005, 2006 und 2007.



